Trebsen Albert-Kuntz-Filmpalast

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Postkarte 1960
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Geschichte

Trebsen im Muldental.
Eine 4.000-Seelen-Gemeinde nahe Leipzig und doch fernab. Eben erst wurde der Bahnhof stillgelegt. Früher gab es hier wenigstens noch den "Albert-Kunz-Filmpalast". "Es war schön, als noch Leben drin war", berichteten die Trebsener dem "Kino Royal"-Team vor Ort. "Wenn da ein anständiger Film kam, stand hier alles voll mit Autos, Rädern und Mopeds." Heute kommt keiner mehr. Das architektonische Kleinod verfällt. Filmvorführer Hans Dieter Schwieger öffnete für "Kino Royal" noch einmal die Türen des alternden Filmtheaters. Unter dem Staub der Jahre verbirgt sich der Charme vergangener Zeiten: 265 Sitzplätze gab es hier für die Trebsener Bevölkerung. 35 Jahre lang war das Kino der Lebensinhalt von Hans Dieter Schwieger. "Kino, das war für mich mein Ein und Alles. Das Faszinierende war für mich das Publikum," erinnert er sich.

Das Publikum blieb aus DEFA-Klassiker und begehrte West-Importe lockten Jahrzehnte lang die Landbevölkerung ins Kino. Mit der Wende sind diese Zeiten vorbei: Der staatliche Prestige-Bau wird von der Treuhand verkauft - an einen westdeutschen Unternehmer, der die meisten Kinos im Landbezirk aufkauft. Auch wenn die Kinos weiter betrieben wurden, blieb das Publikum zunehmend aus. Ein Grund dafür waren die erhöhten Eintrittspreise: "Sechs Mark statt eine Mark vierzig für den Logenplatz, das war ein Keulenschlag für die Leute", erinnert sich Hans Dieter Schwieger. Mit seiner Frau wohnt dee ehemalige Filmvorführer noch immer im Dachgeschoss des Gebäudes. Ihrem Kino halten sie die Treue." aus: MDR

2010: Hansdieter Schwieger lebt nicht nur fürs Kino – er lebt auch in selbigem. Und das nun schon seit 1955. Obwohl die Lichter in den einstigen Lichtspielen „Albert Kuntz“ längst aus sind und es erst kürzlich wieder einen Eigentümerwechsel gab – Saal, Bühne und Vorhang erinnern noch heute an Straßenfeger wie Heißer Sommer, Silvesterpunsch oder Doppeltes Lottchen. Auch einige verbliebene Holzklappstühle warten in Reih und Glied weiter darauf, noch einmal wie früher unter der Last der eifrigen Besucher zu ächzen. Wohl sicher vergeblich. „Der Ansturm war riesig. Besonders in den 50-ern. Die Leute standen Schlange. Sie wollten unbedingt zu jenen Glücklichen gehören, die sich eine Karte ergatterten. Bei Dirty Dancing war es ganz verrückt. Da flehten uns die Besucher sogar an. Ob wir nicht doch noch ein Plätzchen hätten, den Stuhl brachten sie gleich selber mit. Das ging natürlich nicht. Denn wenn Panik ausbricht, ist der Teufel los“, hebt Schwieger den Zeigefinger. Die Plakate bekam Schwieger damals immer von der Vereinigung volkseigener Lichtspieltheater zugeschickt, um sie in den beiden großen Vitrinen auszuhängen. Haig Latchinian, 18.03.1010, LVZ

2008 fand eine Versteigerung des Kinos statt. Aus dem Expose: "Baujahr des zweigeschossigen, unterkellerten Gebäudes ca. 1954. Auf dem Grundstück sind eine Garage und zwei Schuppen vorhanden. Im EG verfügt das Objekt über ein Foyer, einen Vorführsaal mit 265 Sitzplätzen mit Bühne, einen Vorsaal und Damen-/Herren-WC. Leinwand, Bestuhlung, Diaprojektor und zwei Filmprojektoren sind noch vorhanden und werden mitveräußert. Im OG befinden sich eine Wohnung und ein Bildwerferraum. Ehem. Heizungsanlage im Filmtheater nicht funktionstüchtig. Wohnung mit Etagenheizung und Bad mit Wanne, Dusche und WC. Das Flachdach mit Bitumbahneindeckung wurde neu versiegelt. Insgesamt sanierungs- und modernisierungsbedürftiger Zustand. Laut Bauamtsaussage besitzt das ehem. Filmtheater Seltenheitswert, ist baugeschichtlich von Interesse und stellt ein Einzeldenkmal dar.

  • Trebsen, Filmtheater „Albert Kuntz"
  • Standort: Pauschwitzer Straße 30
  • Eröffnung: 1955
  • Bauherr: VE Kreislichtspielbetriebe
  • Architekt: VEB Kreisentwurfsbüro Leipzig, techn. Leiter Wiese, Beratung Willy Gräfe
  • Nutzung: als Kino errichtet, Leerstand seit 1990
  • Platzzahl: 270 (1955)

Der ursprüngliche Entwurf eines ovalen Saales wurde nicht umgesetzt. Stattdessen erfolgte 1953 der Baubeginn auf Grundlage einer neuen Planung. Das Filmtheater konnte 1955 eröffnet werden. Da es der erste Kinoneubau nach dem 2. Weltkrieg im Bezirk Leipzig war, sollte es Vorbildwirkung haben und wurde mit modernster Technik ausgestattet. Seinen Namen erhielt es in Gedenken an Albert Kuntz, der im Konzentrationslager ermordet worden war. Das Kino wurde nach 1990 an eine GbR aus Bochum verkauft und steht seitdem leer. Nach Insolvenz des Besitzers ist das Objekt erneut zu kaufen. Der rechteckige Saal weist noch heute seine originale Austattung auf. Für eine bessere Sicht ist sein aus Holzklappsitzen bestehendes Gestühl in geschwungenen Reihen auf einem ansteigenden Parkett aufgestellt. Der hintere Bereich zwischen den Zugängen zum Saal ist als Loge mit gepolsterten Stühlen ausgebildet. aus: Carola Zeh

Kinodaten

  • 1985 Trebsen, Filmtheater Albert Kuntz, Ernst-Thälmann-Str. 30, Tel: 246
  • 1987 Trebsen, Filmtheater Albert Kuntz, E.-Thälmann-Str. 30, Tel: 246
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